Badewanne zur Dusche umbauen: Kosten, Ablauf und Zuschüsse
Die Badewanne wird seit Jahren nur noch zum Duschen benutzt, und der Einstieg über den Rand fällt zunehmend schwer. Das ist der häufigste Anlass, aus dem eine Wanne einer Dusche weicht. Der Umbau ist dabei kein großes Bauvorhaben: In den meisten Fällen bleibt das übrige Bad unangetastet, und nach ein bis zwei Arbeitstagen ist die Dusche nutzbar.
Dieser Ratgeber erklärt, für wen sich der Umbau lohnt, welche Varianten es gibt, was technisch dahintersteckt, womit Sie bei den Kosten rechnen müssen und welche Zuschüsse infrage kommen. Auch die Punkte, die häufig erst während der Arbeiten auffallen – Abfluss, Fliesenanschluss, Mietwohnung – kommen zur Sprache.
Für wen sich der Umbau lohnt – und für wen nicht

Der Wannenrand ist die häufigste Sturzstelle im Bad. Wer darüber steigt, steht für einen Moment auf einem Bein, meist auf nassem Untergrund und ohne etwas zum Festhalten. Solange das mühelos gelingt, ist es kein Problem. Sobald es Konzentration verlangt, ist es eines.
Neben der Sicherheit sprechen drei weitere Gründe für den Tausch. Eine offene Dusche lässt kleine Bäder deutlich größer wirken, weil der Blick nicht mehr an einem massiven Block hängen bleibt. Sie ist leichter zu reinigen, weil die Kanten fehlen, an denen sich Kalk sammelt. Und sie ist beim Verkauf oder bei der Vermietung ein sichtbarer Vorteil.
Gegen den Umbau spricht eigentlich nur eines: wenn die Wanne tatsächlich als Wanne gebraucht wird. Wer regelmäßig badet oder kleine Kinder hat, sollte prüfen, ob beides nebeneinander passt – in einem Bad ab etwa acht Quadratmetern ist das oft möglich.
Zwischenlösung prüfen: Wenn die Wanne bleiben soll, aber der Einstieg unsicher wird, helfen manchmal schon eine rutschhemmende Wanneneinlage und ein fest verschraubter Haltegriff an der Wand. Das ersetzt keinen Umbau, verschafft aber Zeit für eine überlegte Entscheidung.
Welche Varianten es gibt
Bodengleiche Dusche
Die Dusche liegt auf einer Ebene mit dem Bad, es gibt keine Schwelle. Das ist die komfortabelste Lösung, auch mit Rollator befahrbar, und optisch die ruhigste. Voraussetzung ist genügend Aufbauhöhe für Ablauf und Gefälle. In Neubauten ist das fast immer gegeben, in Altbauten muss man nachsehen.
Flache Duschwanne
Eine extraflache Duschtasse baut nur zwei bis drei Zentimeter auf. Sie ist die Lösung, wenn der Boden nicht geöffnet werden kann oder soll. Der Einstieg ist immer noch nahezu schwellenlos, der Aufwand aber deutlich geringer und damit auch der Preis.
Duschkabine an gleicher Stelle
Wird die alte Wanne einfach durch eine fertige Duschkabine ersetzt, ist das der schnellste und günstigste Weg. Der Nachteil: Es bleibt eine Einstiegskante von zehn Zentimetern oder mehr. Für einen Umbau, der auf Sicherheit im Alter zielt, ist das meist zu wenig.
Badewanne mit Tür

Diese Variante wird häufig als Kompromiss angeboten und klingt einleuchtend: Man steigt durch eine Tür ein statt über den Rand. Im Gebrauch zeigt sich der Haken. Die Tür lässt sich aus Dichtungsgründen erst öffnen, wenn das Wasser vollständig abgelaufen ist. Man sitzt also nass in der leerlaufenden Wanne und wartet – bei manchen Modellen mehrere Minuten.
Dazu kommt: Auch eine Tür hat eine Schwelle, meist zwischen zehn und fünfzehn Zentimetern. Mit Rollator oder Gehhilfe bleibt der Einstieg schwierig. Wer wirklich badet und nur den Einstieg entschärfen will, kann damit gut leben. Wer ohnehin nur duscht, ist mit der Dusche besser bedient.
Wanne als Dusche nutzen – wann das reicht
Manchmal ist gar kein Umbau nötig. Wenn der Einstieg noch sicher gelingt und es nur an Halt und Standsicherheit fehlt, sind eine rutschhemmende Einlage, ein Wannensitz und ein Haltegriff eine ernsthafte Option. Kosten: einige hundert Euro statt einiger tausend. Ein guter Fachbetrieb sagt Ihnen das auch dann, wenn er am Umbau mehr verdienen würde.
So läuft der Umbau ab
- Aufmaß und Prüfung vor Ort: Wie liegt der Abfluss, wie hoch ist der Bodenaufbau, wie ist der Zustand der Leitungen?
- Schutz und Rückbau: Wege abdecken, Wanne demontieren, Fliesen im Wannenbereich abschlagen, Bauschutt abtransportieren
- Leitungen und Ablauf: Zu- und Abläufe anpassen, Ablauf oder Rinne setzen, Gefälle herstellen
- Abdichtung: Verbundabdichtung nach den anerkannten Regeln der Technik – die Schicht, die später niemand sieht und die über Schäden entscheidet
- Fliesen und Oberflächen: Boden und Wände im Duschbereich verfliesen, Anschluss an den Bestand herstellen
- Montage: Armatur, Duschwand, bei Bedarf Sitz und Haltegriffe
- Abnahme: Dichtheitsprüfung, Endreinigung, gemeinsame Übergabe
Wie lange dauert es?
Der reine Wannentausch mit flacher Duschtasse dauert meist einen bis zwei Arbeitstage. Eine bodengleiche Dusche mit neuem Ablauf braucht zwei bis drei Tage, weil Abdichtung und Fliesenkleber Trocknungszeiten haben. Rechnen Sie damit, dass das Bad an ein bis zwei Tagen nicht nutzbar ist – ein Fachbetrieb sagt Ihnen vorher, an welchen.
Angebote, die einen kompletten Umbau an einem einzigen Tag versprechen, arbeiten in der Regel mit vorgefertigten Wandelementen statt mit Fliesen. Das ist eine legitime Bauweise und tatsächlich schneller. Sie sollten nur wissen, dass Sie dann keine gefliesten Wände bekommen.
Die drei technischen Punkte, die vorher zu klären sind
Abfluss und Bodenaufbau
Eine bodengleiche Dusche braucht Platz nach unten: für den Ablauf, für das Gefälle von etwa zwei Prozent und für die Abdichtung. Zusammen sind das je nach System acht bis fünfzehn Zentimeter. In Altbauten ist diese Höhe oft nicht vorhanden, weil die Wanne einfach auf dem bestehenden Boden stand.
Lösungen gibt es trotzdem: extraflache Abläufe, eine Wandablaufrinne oder eine leicht erhöhte Duschfläche. Was passt, entscheidet sich erst, wenn jemand nachgemessen hat. Wer ein Festpreisangebot ohne Aufmaß bekommt, sollte nachfragen, was passiert, wenn sich die Höhe als zu gering herausstellt.
Fliesenanschluss an den Bestand
Wenn nur der Wannenbereich neu gefliest wird, trifft neue Fliese auf alte. Passgenaue Nachkäufe gibt es bei älteren Serien praktisch nie. Übliche Wege sind ein bewusst abgesetzter Farbton, eine durchgehende Fliese bis zur nächsten Raumkante oder eine Trennschiene als saubere Zäsur. Klären Sie das vorher – nachträglich ärgert es jeden Tag.
Abdichtung
Die Verbundabdichtung unter den Fliesen ist der wichtigste und zugleich unsichtbarste Teil der Arbeit. Wird hier gespart, zeigt sich das Jahre später als Feuchteschaden in der Wand oder bei den Nachbarn darunter. Lassen Sie sich die Abdichtung fotografisch dokumentieren, bevor gefliest wird. Ein sauber arbeitender Betrieb macht das ohnehin.
Ausstattung: Was in die neue Dusche gehört
Wenn der Boden ohnehin offen ist, kosten die folgenden Dinge wenig zusätzlich. Nachträglich sind sie jedes Mal ein eigener Termin mit Bohrstaub.
Armatur mit Temperaturbegrenzung
Ein Thermostat hält die eingestellte Temperatur konstant, auch wenn nebenan Wasser gezapft wird. Die Begrenzung auf 38 Grad verhindert Verbrühungen – relevant, sobald das Temperaturempfinden nachlässt oder die Feinmotorik weniger sicher wird. Der Aufpreis gegenüber einem einfachen Einhebelmischer liegt im zweistelligen Bereich.
Haltegriff und Sitz gleich mitdenken
Auch wer heute keinen Griff braucht, sollte die Befestigung vorbereiten lassen. Eine Trägerplatte hinter den Fliesen kostet beim Neuaufbau fast nichts und erspart später das Bohren in eine Wand, die möglicherweise gar nicht trägt. Dasselbe gilt für einen Klappsitz.
Rinne oder Punktablauf
Der Punktablauf in der Mitte ist die klassische und günstigere Lösung, verlangt aber ein Gefälle aus vier Richtungen und damit mehr Fliesenschnitte. Eine Duschrinne an der Wand braucht nur ein Gefälle in eine Richtung, erlaubt großformatige Fliesen und sieht ruhiger aus. Sie kostet einige hundert Euro mehr.
Licht und Steckdosen
Im Duschbereich gelten besondere Anforderungen an Leuchten und Schutzarten. Wenn ohnehin ein Elektriker im Haus ist, lohnt es sich, gleich über zusätzliches Licht nachzudenken: Ein gut ausgeleuchteter Duschbereich ist nicht nur angenehmer, er reduziert auch das Stolperrisiko. Eine erreichbare Steckdose in Sitzhöhe ist ebenfalls sinnvoll.
Rutschhemmung des Bodens
Für Duschbereiche, die barfuß begangen werden, sind Fliesen der Bewertungsgruppe B üblich, bei der Rutschhemmung R10 oder R11. Kleinere Formate mit mehr Fugen greifen zusätzlich besser. Das ist ein Detail, das im Angebot oft nicht auftaucht – fragen Sie danach.
Was kostet der Umbau?

Ein pauschaler Preis ist unseriös, weil zu viel vom Bestand abhängt. Als Orientierung für 2026 lassen sich die Einzelposten aber beziffern:
- Rückbau und Entsorgung der Wanne: ab etwa 400 € – je nach Zugang und Wannentyp
- Abdichtung und Ablauf: ab etwa 800 €
- Fliesen und Material: ab etwa 1.500 €, abhängig von Fläche und Fliesenwahl
- Duschwand und Armatur: ab etwa 600 €
- Gesamt, Standardumbau: ab etwa 4.500 €
- Gesamt, typischer Rahmen: 4.500 bis 9.000 €
Nach oben treiben den Preis vor allem drei Dinge: ein zu geringer Bodenaufbau, der eine aufwendige Lösung erzwingt, alte Leitungen, die man bei dieser Gelegenheit gleich mit erneuert, und großformatige oder besonders hochwertige Fliesen. Eine ausführliche Aufschlüsselung finden Sie im Ratgeber Badsanierung Kosten.
Zuschüsse und Förderung
Bei einem anerkannten Pflegegrad – Pflegegrad 1 reicht bereits – beteiligt sich die Pflegekasse mit bis zu 4.180 € je Maßnahme. Der Umbau gilt als wohnumfeldverbessernde Maßnahme. Leben mehrere anspruchsberechtigte Personen im Haushalt, kann der Betrag höher ausfallen.
Die Reihenfolge entscheidet: Der Antrag muss vor Beginn der Arbeiten gestellt und bewilligt sein. Wer erst umbaut und die Rechnung danach einreicht, bekommt in aller Regel nichts. Rechnen Sie mit mehreren Wochen Bearbeitungszeit und legen Sie das Angebot mit einzeln benannten Maßnahmen bei.

Ohne Pflegegrad kommt das KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“ infrage, als Investitionszuschuss (455-B) oder als zinsgünstiger Kredit (159). Die Zuschussmittel sind nicht durchgehend verfügbar; prüfen Sie den Stand, bevor Sie fest damit rechnen. Dazu kommen Landes- und Kommunalprogramme sowie die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen, soweit sie nicht bezuschusst wurden.
Einzelheiten stehen in den Ratgebern Badumbau und Pflegekasse sowie Badsanierung Förderung.
Umbau in der Mietwohnung
Der Umbau ist auch zur Miete möglich, setzt aber die schriftliche Zustimmung des Vermieters voraus. Bei anerkanntem Pflegegrad besteht nach § 554 BGB ein Anspruch auf Zustimmung zu einer barrierereduzierenden Maßnahme, sofern dem kein überwiegendes Interesse des Vermieters entgegensteht.
Üblich ist die Vereinbarung eines Rückbaus bei Auszug, gelegentlich zusätzlich eine gesonderte Kaution. In der Praxis lässt sich mancher Vermieter allerdings auch überzeugen, dass eine moderne Dusche die Wohnung aufwertet und ein Rückbau nicht in seinem Interesse liegt. Legen Sie das Angebot und eine kurze Beschreibung bei – das beschleunigt die Entscheidung.
Wichtig ist die Reihenfolge auch hier: erst die Zustimmung, dann der Antrag bei der Pflegekasse, dann die Arbeiten.
Häufige Fragen
Geht das in jedem Bad?
In fast jedem. Die Frage ist nur, in welcher Ausführung. Wo der Bodenaufbau für eine vollständig bodengleiche Dusche nicht reicht, wird es eine flache Duschtasse oder eine leicht erhöhte Fläche. Ein Fall, in dem gar nichts geht, ist selten.
Wird das ganze Bad zur Baustelle?
Nein. Gearbeitet wird im Bereich der alten Wanne, der Rest bleibt unangetastet. Staub entsteht beim Abschlagen der Fliesen trotzdem – ein sauber arbeitender Betrieb staubt ab, deckt die Wege ab und arbeitet mit Absaugung.
Verliert die Wohnung an Wert ohne Badewanne?
In Wohnungen mit nur einem Bad kann das für Familien ein Nachteil sein. In der Praxis überwiegt inzwischen der gegenteilige Effekt: Eine bodengleiche Dusche gilt als modern und spricht eine größere Käufergruppe an. Bei zwei Bädern stellt sich die Frage ohnehin nicht.
Was passiert mit der alten Wanne?
Sie wird zerlegt und fachgerecht entsorgt. Stahl- und Acrylwannen gehen getrennte Wege, gusseiserne Wannen müssen wegen des Gewichts meist im Bad zerteilt werden. Die Entsorgung gehört in ein ordentliches Angebot hinein und sollte dort als Position auftauchen.
Brauche ich eine Duschwand aus Glas?
Nicht zwingend. Eine feste Glaswand ist pflegeleicht und lässt den Raum offen wirken, ein Vorhang ist die günstigste Lösung und stört einen Rollator am wenigsten. Faltbare Elemente sind ein Kompromiss. Für Menschen, die im Sitzen duschen, ist der freie Zugang oft wichtiger als die geschlossene Kabine.
Wenn Sie den Umbau planen
Lassen Sie sich das Bad vor Ort ansehen, bevor Sie ein Angebot unterschreiben. Alles Wesentliche – Bodenaufbau, Abflusslage, Zustand der Leitungen – lässt sich nur dort feststellen. Ein Angebot, das ohne diesen Termin zustande kommt, steht auf Annahmen.
Wie wir den Wannentausch ausführen, was er umfasst und was er kostet, steht auf der Seite Wanne raus, Dusche rein. Geht es Ihnen vor allem um die schwellenlose Ausführung, finden Sie die Einzelheiten unter Bodengleiche Dusche. Soll das ganze Bad altersgerecht werden, lesen Sie weiter beim seniorengerechten Bad oder auf der Leistungsseite Seniorengerechtes Bad.
Für eine Einschätzung zu Ihrem Bad sprechen Sie uns an – Beratung und Angebot sind kostenfrei.